Bericht

Kolloquium Resilienz

Am 01.12.2017 veranstaltete der SFB 805 ein interdisziplinäres Kolloquium zum Thema „Beherrschung von Unsicherheit durch Resilienz – multidisziplinäre Perspektiven“.

Interdisziplinäre Diskussion über Resilienz.
Interdisziplinäre Diskussion über Resilienz.

Zum Kolloquium waren Experten aus höchst unterschiedlichen Bereichen wie Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Rechtswissenschaften, Ökonomie, Neurowissenschaften, Stadtentwicklung, und der Informations- und Kommunikations-technologie geladen, um fachübergreifend über das Konzept der Resilienz zu diskutieren.

In Fachvorträgen wurde Resilienz zunächst aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Disziplinen dargestellt. Der Leiter des Forschungsprogramms „future resilient systems“ der ETH Zürich, Prof. Dr. Heinimann, gab einen Überblick über Resilienzperspektiven und -metriken des Kooperationsprogramms zwischen der ETH Zürich und der singapurischen Forschungsgesellschaft.

Referent Prof. Heinimann (ETH Zürich).
Referent Prof. Heinimann (ETH Zürich).

Prof. Dr. Rudolph-Cleff vom Graduiertenkolleg KRITIS der TU Darmstadt berichtete von architektonischen Maßnahmen zur Erhöhung des Überflutungsschutzes in Metropolen und von den Erfolgen ihres Fachgebiets beim Wettbewerb „Urban Resilience“. Prof. Dr.-Ing. Hollick, Fachbereich Informatik der TU Darmstadt, schilderte seine Forschung zu Informations- und Kommunikationstechnologien, die auch im Krisenfall eine Kommunikation, insbesondere zur Weiterleitung von Notrufen, sicherstellen können. Der leitende Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. med. Tüscher, berichtete von seiner Forschung am Deutschen Resilienz Zentrum zur Resilienz gegenüber psychiatrischen Erkrankungen.

Prof. Hollick (TU Darmstadt) in der Diskussion.
Prof. Hollick (TU Darmstadt) in der Diskussion.

Prof. Dr. Wink, Ökonom an der HTWK Leipzig, sprach über die unterschiedliche Befähigung verschiedener Regionen zur Bewältigung ökonomischer Krisen und grenzte dabei insbesondere die „Engineering Resilience“ gegenüber der evolutionären adaptiven Resilienz ab. Dr.-Ing. Altherr, Teilprojektleiterin im SFB 805, gab anschließend einen Überblick über eine ingenieurwissenschaftliche Sichtweise auf Resilienz und illustrierte anhand lasttragender Beispielsysteme aus dem SFB 805, wie Unsicherheit durch eine resiliente Auslegung beherscht werden kann.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde über Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Verständnisses von Resilienz in unterschiedlichen Forschungsrichtungen diskutiert und mögliche Beiträge zur Resilienz aus den Ingenieurswissenschaften herausgestellt.

Podiumsdiskussion mit Prof. Groche, Prof. Hollick, Prof. Pelz, Prof. Hiermaier, Prof. Rudolph-Cleff, Prof. Pfetsch, Prof. Tüscher (vlnr).
Podiumsdiskussion mit Prof. Groche, Prof. Hollick, Prof. Pelz, Prof. Hiermaier, Prof. Rudolph-Cleff, Prof. Pfetsch, Prof. Tüscher (vlnr).